Der Energie Service Anbieter (ESA)

Game Changer mit Startschwierigkeiten im deutschen Energiemarkt

Simon Zöller
Ein KI generiertes Banner um ESA zu versinnbildlichen

Als Stromify helfen wir Unternehmen, ihre Energiekosten massiv zu senken – durch Optimierung der Versorgungsverträge und des Energieverbrauchs. Ein Schlüssel dazu ist der Zugang zu präzisen Verbrauchsdaten, und genau hier kommt unsere Rolle als Energie Service Anbieter (ESA) ins Spiel.

Die Möglichkeit, als ESA aufzutreten, ist ein großer Schritt nach vorne, da sie eine effiziente Datengrundlage für die tiefgreifende Energieberatung schafft.

Die Power des ESA-Zugangs: Warum es ein Fortschritt ist

Der ESA-Prozess ist theoretisch ein Turbo für die Energieeffizienz-Beratung, da er entscheidende Vorteile bietet:

  1. 1.

    Detaillierte Lastgangdaten (RLM) effizient verfügbar: Wir erhalten die vollen Verbrauchsdaten, die für eine tiefgreifende Verbrauchsoptimierung unerlässlich sind. Ohne manuelle Aufbereitung oder unvollständige Informationen.

  2. 2.

    Maximal effizient für unsere Kunden: Ihre Zeit ist wertvoll. Unsere Kunden müssen sich nicht selbst um die Weiterleitung der Verbrauchsdaten an uns kümmern. Wir kümmern uns um den standardisierten Abruf beim Messstellenbetreiber – ein echter Zeitgewinn!

  3. 3.

    Standardisierung statt Chaos: Für uns als Stromify bedeutet der standardisierte Marktzugang, dass wir uns nicht mit jedem Messstellenbetreiber individuell technisch integrieren müssen. Das macht unsere Dienstleistung skalierbarer und schneller verfügbar.

Unsere Realität nach 6 Monaten ESA: Wo die Optimierung dringend nötig ist

Trotz des enormen Potentials sehen wir nach 6 Monaten praktischer Arbeit als ESA, dass die Umsetzung im deutschen Energiemarkt noch holpert. Der Prozess braucht dringend einen Digitalisierungs-Boost:

  1. 1.

    Der Rahmenvertrag: Manuell, zäh und unzuverlässig: Bevor die eigentliche Marktkommunikation starten kann, muss manuell und E-Mail-basiert ein Rahmenvertrag mit den Messstellenbetreibern (MSB) geschlossen werden. Dieser Prozess ist langwierig, manuell und unzuverlässig. Bei einigen MSBs bei denen wir angefragt haben warten wir nach Wochen immer noch auf eine Antwort.

  2. 2.

    Längere Kommunikationsprozesse und fehlende Fristen: Selbst nach Abschluss des Vertrages dauern die Marktkommunikationsprozesse für ESA oft länger als erwartet. Es fehlen klare, durchsetzbare Fristen in der Praxis, was eine verlässliche Zeitplanung gegenüber unseren Kunden erschwert.

  3. 3.

    Verpflichtende Messprodukte nicht automatisiert lieferbar: Wir erhalten von mehreren MSB die Rückmeldung, dass die eigentlich verpflichtenden Messprodukte aktuell nicht automatisiert nach ESA-Prozess geliefert werden können. Angebotene manuelle Ersatzprozesse per E-Mail machen die Vorteile des ESA-Prozesses für uns zunichte, da genau die Effizienz verloren geht, die wir uns erhofft hatten.

Fazit: Der ESA-Prozess ist eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Energieeffizienz-Dienstleistungen in Deutschland. Er legt das Fundament für datengetriebene, kundenfreundliche Energieoptimierung.

Um das volle Potential auszuschöpfen und die Energiewende wirklich voranzutreiben, muss der ESA Prozess aber noch auf das gleiche Level der Zuverlässigkeit gehoben werden, wie für andere Marktrollen bereits ist – insbesondere beim Abschluss der Rahmenverträge und der zuverlässigen, automatisierten Datenlieferung durch alle Marktteilnehmer.