Einkaufsgemeinschaft für Strom oder Gas: Wie funktioniert der Energieeinkauf für Unternehmen?
Einkaufsgemeinschaften schaffen einen Rahmen, der für viele verschiedene Unternehmen funktioniert. Im Umkehrschluss liefern sie eine standardisierte Lösung, die für das einzelne Unternehmen oft nicht die beste Lösung ist. Im Folgenden erläutern wir Vor- und Nachteile einer Einkaufsgemeinschaft und zeigen auf, für wen eine Einkaufsgemeinschaft geeignet ist und wer sich besser nach Alternativen umsieht.


Der Energiemarkt ist komplex. Die Börsenpreise schwanken, Verträge haben unterschiedliche Laufzeiten und Preisstrukturen, und neben dem reinen Energiepreis spielen auch Netzentgelte, Lastprofile und individuelle Verbrauchsmuster eine Rolle. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen stehen deshalb vor einer großen Herausforderung. Sie müssen Energie einkaufen, können selbst aber nur bedingt die Attraktivität eines Angebots beurteilen. Zu variabel sind die Preise an der Börse, zu unterschiedlich sind die einzelnen Produktangebote und ergänzenden Bedingungen.
Ein möglicher Lösungsweg ist eine Einkaufsgemeinschaft für Energie. Sie bündelt den Bedarf mehrerer Unternehmen und versucht dadurch, bessere Konditionen zu erreichen. Das Modell ist bekannt und wird zum Beispiel häufig im Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen genutzt. Auf den ersten Blick eine komfortable Lösung, es lohnt sich aber näher hinzusehen, wie eine Energie-Einkaufsgemeinschaft wirklich funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wo ihre Grenzen liegen. Denn mit den heutigen digitalen Möglichkeiten gibt es starke Alternativen, mit denen Unternehmen ihren Energieeinkauf einfacher selbst steuern können, auch ohne eigene Energieabteilung.
Was ist eine Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas?
Eine Einkaufsgemeinschaft für Energie bündelt die Nachfrage mehrerer Unternehmen. Es kauft also nicht jedes Unternehmen seinen Strom- oder Gasbedarf einzeln bei einem frei gewählten Energieversorger ein, sondern alle Unternehmen, vertreten durch die Gemeinschaft, gemeinsam. Die Einkaufsgemeinschaft kann dadurch mit einer größeren attraktiven Nachfrage gegenüber Energieversorgern oder dem Großhandelsmarkt auftreten.
In Deutschland gibt es unterschiedliche Ausprägungen solcher Modelle. Manche Einkaufsgemeinschaften konzentrieren sich auf die Bündelung von Nachfrage und die anschließende Ausschreibung. Andere beschaffen Energie strukturiert über mehrere Zeitpunkte oder kombinieren verschiedene Beschaffungsmodelle. Dabei kann ein gemeinsamer Preis für die Gemeinschaft oder eine individuellere Preisstruktur für jedes teilnehmende Unternehmen entstehen.
Welche Vorteile hat eine Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen?
Für das einzelne Unternehmen ist eine Einkaufsgemeinschaft eine bequeme und einfache Lösung. Es kann den Aufwand für Recherche, Ausschreibung und Verhandlung deutlich reduzieren und muss sich nicht täglich mit Strom- und Gaspreisen beschäftigen oder oft schwer verständliche Vertragsbedingungen analysieren.
Auch das Einkaufsvolumen kann ein Vorteil sein. Wenn viele Unternehmen ihren Energiebedarf bündeln, entsteht eine größere Nachfragemenge. Das kann die Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten verbessern.
Wenn eine Einkaufsgemeinschaft auch komplexere Einkaufmodelle abdeckt, gehört eine umfassende, kontinuierliche Marktbeobachtung in jedem Fall dazu. Durch die professionelle Beobachtung der Entwicklung der Energiepreise können bessere Beschaffungsentscheidungen getroffen werden. Für ein Unternehmen, das selbst keine Ressourcen für die Beobachtung des Energiemarktes hat, kann das eine erhebliche Entlastung sein.
Damit wird verständlich, warum Einkaufsgemeinschaften für Strom und Gas insbesondere im Mittelstand interessant sind. Sie bieten einen vergleichsweise einfachen Zugang zu einem vermeintlich optimierten Preis.
Was sind die Nachteile einer Energie-Einkaufsgemeinschaft?
Die zugrundeliegende Standardisierung, die den Energieeinkauf einfach macht, ist zugleich auch die Beschränkung der Einkaufsgemeinschaft. Denn Unternehmen haben sehr unterschiedliche Energieprofile.
Ein Produktionsunternehmen mit hohen Lastspitzen benötigt eine andere Beschaffungsstrategie als ein Bürogebäude. Ein Unternehmen mit mehreren Standorten hat andere Anforderungen als ein einzelner Betrieb. Neben den Anforderungen erzeugt ein Verbrauchsprofil an einem Standort einen spezifischen Wert im Energieeinkauf.
In Abhängigkeit z.B. der Verbrauchsstrukturen zur Mittagszeit im Sommer, wenn der Strom- und Gaspreis vergleichsweise günstig ist, oder in Abhängigkeit der Verbrauchsvolatilität, sind die zu erwartenden Preise im Energieeinkauf komplett unterschiedlich. Eine Bündelung von Verbräuchen kann dadurch für den einen sehr vorteilhaft, für den anderen hingegen sehr nachteilhaft sein. Auch die gewünschte Planungssicherheit, die Risikobereitschaft und die erwartete Entwicklung des Energieverbrauchs unterscheiden sich zwischen den Unternehmen.
Eine Einkaufsgemeinschaft muss deshalb einen Rahmen schaffen, der für viele Unternehmen funktioniert. Im Umkehrschluss bedeutet das für das einzelne Unternehmen eine im Rahmen eines Standards optimierte, aber eben nicht die individuell beste Lösung angeboten wird.
Hinzu kommt die Frage der Transparenz. Unternehmen sollten nicht nur wissen, welchen Preis sie bezahlen, sondern auch verstehen können, wie dieser Preis zustande kommt, welche Vertragsbedingungen damit verbunden sind und welche Alternativen am Markt bestehen. Gerade beim Energieeinkauf ist das relevant, weil der Beschaffungspreis nur einen Teil der gesamten Energiekosten ausmacht. Vertragsstruktur, -laufzeit, zusätzliche Preiskomponenten, Serviceaufschläge, Verbrauchsflexibilitäten, etc. können die Wirtschaftlichkeit eines Energievertrags beeinflussen.
Warum der auf den ersten Blick günstigste Strompreis nicht gleich der beste Energievertrag ist
Beim Strom- und Gaseinkauf wird häufig auf eine einzige Kennzahl geschaut: den Preis pro Kilowattstunde. Für eine fundierte Beschaffungsentscheidung reicht dieser Wert allerdings nicht aus. Denn der tatsächliche Preis, den ein Unternehmen mit Rechnungseingang zu zahlen hat, wird durch weitere Preiskomponenten und Faktoren bestimmt.
Relevant ist die gewünschte Kombination aus Preis, Flexibilität und Planungssicherheit. Eine Einkaufsgemeinschaft und der zugrunde liegende Strom- und Gasvertrag eines Energieversorgers sollte also genau zu den Bedürfnissen eines Unternehmens passen.
Die aktuelle Entwicklung der Energiemärkte zeigt deutlich, wie stark sich die Rahmenbedingungen auch kurzfristig verändern können. Für Unternehmen wird damit eine strukturierte Energiebeschaffung immer wichtiger. Es geht nicht nur darum, einmalig einen günstigen Strom- oder Gasvertrag zu finden. Entscheidend ist auch, wann beschafft wird, wie viel beschafft wird und welches Risiko das Unternehmen dabei eingehen möchte.
Strategische Energiebeschaffung: Mehr Kontrolle über den Energieeinkauf
Strategische Energiebeschaffung bedeutet, Strom und Gas nicht erst dann zu betrachten, wenn ein Vertrag kurz vor dem Ablauf steht. Stattdessen werden Verbrauch, Verträge, Marktpreise und zukünftige Anforderungen kontinuierlich betrachtet. Je nach Unternehmen kann daraus eine spezifische Beschaffungsstrategie entstehen.
Ein Unternehmen kann beispielsweise einen größeren Teil seines Energiebedarfs langfristig absichern, die Beschaffung auf mehrere Zeitpunkte verteilen oder unterschiedliche Vertragsmodelle miteinander kombinieren. Dafür braucht es vor allem Transparenz über die eigene Energiesituation.
- Wie hoch ist der tatsächliche Verbrauch?
- Wie haben sich die gesamten Kosten für Energie entwickelt?
- Welche Verträge bestehen an den einzelnen Standorten?
- Wann laufen sie aus? Wie sieht das Verbrauchsprofil aus?
- Welche Preise wurden bisher bezahlt?
- Wie lassen sich aktuelle Angebote im Verhältnis zum Markt einordnen?
- Und wenn eine Einkaufsgemeinschaft genutzt wird: habe ich weiterhin Kontrolle über meine Energiebeschaffung und was kostet mich diese Einkaufsgemeinschaft ganz konkret?
Ohne diese Informationen bleibt eine strategische Energiebeschaffung schwierig.
Für viele mittelständische Unternehmen klingt eine eigenständige Energiebeschaffung daher zunächst nach zusätzlichem Aufwand. Ein eigener Energieeinkäufer, Marktanalysen, Vertragsmanagement und laufende Verbrauchskontrolle lassen sich im normalen Unternehmensalltag kaum nebenbei erledigen. Doch die Digitalisierung verändert diese Situation. Sie können Ihre Energie dadurch einfach ohne Einkaufgemeinschaft und ohne eigene Energieabteilung einkaufen.
Eine moderne Energieplattform kann Energiedaten, Verträge, Verbrauchsinformationen und Angebote versorgerunabhängig an einem zentralen Ort zusammenführen. Dadurch entsteht eine Grundlage, auf der Unternehmen ihre Energieversorgung selbst nachvollziehen und Entscheidungen fundierter treffen können.
Genau hier setzt stromify mit seiner Plattform an. Die umfassende digitale Lösung führt Vertrags-, Standort- und Verbrauchsdaten zentral zusammen. So behalten Unternehmen ihre Energiedaten und Kosten jederzeit im Blick, können Angebote einholen, bestehende Verträge prüfen lassen und erhalten automatisch Hinweise auf Optimierungspotenzial.
Der entscheidende Gedanke dahinter: Unternehmen müssen die Verantwortung für ihren Energieeinkauf nicht an eine Einkaufsgemeinschaft oder einen klassischen Vermittler abgeben, nur weil sie den Beschaffungsprozess einfach halten möchten. Mit einer digitalen Plattform können sie selbst aktiv werden und trotzdem Unterstützung von erfahrenen Experten beanspruchen, wenn sie benötigt wird.
stromify findet für Sie die Energielösung, die am besten zu Ihrem Unternehmen passt
stromify verbindet mit seiner Plattform Lumo digitale Werkzeuge mit persönlicher Energieberatung. Unternehmen können ihre Energiedaten und Verträge selbst verwalten, ihre Situation analysieren und Beschaffungsentscheidungen eigenständig treffen. Gleichzeitig stehen die stromify Energieexperten für Fragen und komplexere Entscheidungen als verlässliche Ansprechpartner an ihrer Seite. So können Sie die Komplexität des Energiemarktes selbst managen, ohne viel Zeit zu investieren.
Mit Lumo haben Sie Ihre eigene digitale Energieabteilung ganz ohne zusätzliches Personal. Die Plattform bietet unter anderem eine 360° Sicht auf Einsparpotenziale aller Energiekostenkomponenten, eine Vertrags- und Rechnungsprüfung, einen Angebotsvergleich und direkte Abschlussmöglichkeiten von klassischen oder strukturierten Energieeinkaufsmodellen. Spezifische Verbrauchsmuster werden sichtbar gemacht und die kundenspezifische Einkaufsstrategie wird hinterlegt. Dadurch wird nicht nur der Abschluss eines neuen Energievertrags vereinfacht, sondern ein Ort geschaffen, der nachhaltiges Kostenmanagement ermöglicht.
Fazit: Einkaufsgemeinschaft oder eigene Energiebeschaffung?
Eine Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas macht den Energieeinkauf bequem. Das kann für einige Unternehmen mit geringerem Energieverbrach genau der richtige Ansatz sein, wenn tatsächlich wirtschaftliche Vorteile gesichert werden.
Gleichzeitig lohnt sich die Frage, wie viel Kontrolle ein Unternehmen über seine eigene Energiebeschaffung haben möchte. Je individueller das Verbrauchsprofil und je größer die Energiekosten, desto wichtiger können Transparenz, Daten und eine auf das eigene Unternehmen abgestimmte Beschaffungsstrategie werden.
Die Alternative muss dabei nicht bedeuten, den gesamten Energieeinkauf wieder selbst und manuell zu organisieren. Digitale Plattformen ermöglichen es heute, viele Prozesse einfach abzubilden und gleichzeitig die Kontrolle beim Unternehmen zu lassen.
Genau diesen Ansatz verfolgt stromify mit Lumo. Die Plattform schafft einen zentralen Überblick über Energieverträge, Standorte, Verbräuche und Kosten und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Energiebeschaffung strukturiert zu organisieren. Bei Bedarf kann auf persönliche Expertise zugegriffen werden.
So wird aus dem Energieeinkauf ein kontinuierlicher, transparenter und vor allem einfacher Prozess. Unternehmen können ihre Daten im Blick behalten, Angebote einordnen und Entscheidungen treffen, ohne für jede einzelne Frage einen externen Dienstleister beauftragen zu müssen.
Häufige Fragen zur Energie-Einkaufsgemeinschaft
Was ist eine Einkaufsgemeinschaft für Strom?
Eine Strom-Einkaufsgemeinschaft bündelt den Strombedarf mehrerer Unternehmen, um gemeinsam am Energiemarkt aufzutreten und den Beschaffungsprozess zu vereinfachen.
Lohnt sich eine Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen?
Das hängt unter anderem vom Verbrauch, der individuellen Beschaffungsstrategie, den Vertragsbedingungen und den Kosten des jeweiligen Modells ab. Ein gemeinsamer Einkauf kann organisatorische Vorteile und durch die Bündelung der Nachfrage bessere Einkaufskonditionen ermöglichen, muss es aber nicht.
Was ist eine strategische Energiebeschaffung?
Eine strategische Energiebeschaffung betrachtet nicht nur den aktuellen Strom- oder Gaspreis, sondern auch Verbrauchsprofile, Vertragslaufzeiten, Marktpreise, Beschaffungszeitpunkte und individuelle Anforderungen des Unternehmens.
Kann ein Unternehmen Strom selbst beschaffen?
Ja. Unternehmen können ihren Energieeinkauf eigenständig organisieren. Es empfiehlt sich dabei digitale Plattformen sowie externe Beratung von Fachexperten zu nutzen. Dadurch lässt sich die eigene Beschaffung stärker an den individuellen Anforderungen ausrichten.
Was ist Lumo von stromify?
Lumo ist eine digitale Energieplattform von stromify. Sie bündelt unter anderem Energieverträge, Verbrauchsdaten und relevante Informationen und unterstützt Unternehmen bei Analyse, Optimierung und Management ihrer Energieversorgung.