Wie sich der Strompreis für Ihr Unternehmen zusammensetzt

Wer als Unternehmen Strom einkauft, sollte verstehen, wie sich der Strompreis zusammensetzt. Denn nur wer die einzelnen Bestandteile kennt, kann Einsparpotenziale erkennen.

Matthias Mohr

Zusammensetzung des Strompreises

Der Endkundenpreis für Strom besteht aus drei zentralen Komponenten[*]. :

  1. 1.

    Erzeugungs- und Vertriebskosten

  2. 2.

    Netzentgelten

  3. 3.

    Staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen

Für Haushaltskunden in Deutschland entfallen beispielsweise aktuell rund 40 % des Strompreises auf Beschaffung und Vertrieb, etwa 28 % auf Netzentgelte und gut 32 % auf Steuern und Abgaben[*]. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von ca. 39,7 ct/kWh brutto im Jahr 2025 entsprechen dem etwa 16 ct/kWh für Energie (Erzeugung/Beschaffung und Vertrieb), 11 ct/kWh für Netzentgelte und Messstellenbetrieb sowie 12,7 ct/kWh für Steuern und Umlagen[*].

Diese Struktur macht deutlich: Ein großer Teil der Stromkosten ist reguliert und nur begrenzt beeinflussbar.

Stromkreisbestandteile

Stromkreisbestandteile fuer Privathaushalte im Jahr 2025

Feste und variable Kosten im Strompreis

Während für Haushalte nur der Gesamtpreis zählt, ist die Unterscheidung zwischen fixen und variablen Preisbestandteilen für Unternehmen besonders wichtig. Die fixen, also festen Preisbestandteile sind überwiegend reguliert. Dazu zählen die Netzentgelte, die für Nutzung und Ausbau der Stromnetze anfallen, sowie verschiedene gesetzliche Umlagen und Steuern (Details dazu weiter unten). Diese Fixkosten machen zusammen oft mehr als die Hälfte des Strompreises aus[*].

Demgegenüber steht der variable, marktgetriebene Anteil für Energiebeschaffung und Vertrieb, der im Wettbewerb am Strommarkt entsteht und z.B. von Börsenpreisen und Vertriebsmargen geprägt ist[*]. Steigt der Börsenstrompreis, erhöht sich dieser variable Anteil entsprechend, während die fixen Bestandteile relativ konstant bleiben (bzw. nur durch Regulierung geändert werden können). Kleine und Mittelständische Unternehmen können hier durch Beschaffungsstrategien (z. B. Terminmarkt, Tranchenmodell) aktiv Einfluss nehmen.

Der Unterschied zwischen Haushalten, Gewerbe und Industrie

Die grundsätzliche Strompreisstruktur ist bei allen Kundengruppen ähnlich. Die Höhe der einzelnen Bestandteile unterscheidet sich jedoch deutlich.

Steuern und Abgaben: Haushalt vs. Gewerbe vs. Industriestrom

Steuern und Abgaben: Haushalt vs. Gewerbe vs. Industriestrom

Private Haushalte zahlen auf den Strompreis die volle Umsatzsteuer (19 %) und alle Umlagen und Steuern, sodass der Abgabenanteil entsprechend hoch ist.

Gewerbekunden (kleinere und mittlere Unternehmen) zahlen grundsätzlich die gleichen Bestandteile. Sie können zwar die Vorsteuer abziehen, aber Netto bleiben ebenfalls alle Netzentgelte und Umlagen relevant. Für den Mittelstand sind deshalb vor allem Beschaffungsstrategie und Lastmanagement entscheidende Hebel.

Industriekunden, insbesondere energieintensive Großverbraucher, profitieren hingegen von diversen Ausnahmeregelungen bei Umlagen und Netzentgelten, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern[*].

Warum Industriekunden weniger Stromabgaben zahlen

Die Differenz zwischen Mittelstand und Industrie ergibt sich vor allem aus:

  • hohem Stromverbrauch (Skaleneffekte)

  • direktem Anschluss an höhere Netzebenen und damit geringeren Netzentgelten

  • gesetzlichen Entlastungsregelungen

Beispielsweise sind energieintensive Unternehmen ab einem bestimmten Verbrauch von einigen GWh pro Jahr weitgehend von der früheren EEG-Umlage befreit gewesen und zahlen eine reduzierte Stromsteuer sowie teils keine Konzessionsabgaben.

So lag 2025 der Anteil der Steuern und Abgaben am Strompreis für Privathaushalte bei rund 12,7 ct/kWh, während vergleichbare Industriekunden im Schnitt nur etwa 2,2 ct/kWh an Abgaben pro kWh tragen mussten[*]. Der Gesamtstrompreis für kleine bis mittlere Industriebetriebe betrug 2024 im Mittel etwa 17 ct/kWh (netto, inkl. Stromsteuer) gegenüber rund 35–40 ct/kWh brutto für Haushalte[*]. Insgesamt tragen Privat- und Gewerbekunden also eine deutlich höhere Abgabenlast im Strompreis als große Industriekunden, die durch Entlastungen begünstigt werden.

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